Politik in leichter Sprache

Für viele Menschen ist das, was wir Politikerinnen und Politiker sagen, oft nicht einfach zu  Foto: NIna Stahr im Gesprächverstehen. Besonders für Menschen, die eine Beeinträchtigung wie zum Beispiel Lernschwierigkeiten haben, ist es deshalb nicht einfach, zu entscheiden, wen sie wählen sollen.
Darum freue ich mich sehr, dass der Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf in der Ernst-Moritz-Arndt-Kirche in Dahlem eine Podiumsdiskussion in leichter Sprache veranstaltet hat. Zusammen mit den anderen DirektkandidatInnen des Wahlkreises war ich hier eingeladen. Der Kirchenkreis leistet hier eine Arbeit von unschätzbarem Wert für täglich gelebte Inklusion, deswegen habe ich mich sehr über die Einladung gefreut. Hier werden alle Menschen ernst genommen – diese Einstellung wünsche ich mir in der Politik öfter. Und ich war beeindruckt davon, was Menschen mit Beeinträchtigungen alles hinbekommen, wenn sie nur die richtige Förderung erhalten. Deshalb ist es für mich ein wichtiges Ziel, dass inklusive Projekte stärkere Unterstützung bekommen.

Thematisch waren bei der Diskussion vor allem der ÖPNV, soziale Gerechtigkeit sowie Rüstungsexporte und Kriege die Schwerpunkte. Die meisten ParteivertreterInnen bezogen hierbei kaum kontroverse Positionen. CDU und FDP erklärten, wie wichtig ihnen Bildung sei, damit auch Menschen mit Beeinträchtigungen eine Ausbildungsstelle und einen Arbeitsplatz bekommen können. Warum sie seit Jahren nichts dafür tun, wollten und konnten sie allerdings nicht erklären. Auch dass sie über die letzten Jahre den Konsens bei der Kontrolle von Rüstungsexporten immer weiter aufgeweicht haben, ließen sie lieber unerwähnt und stimmten den Anwesenden lieber zu, dass jeder Krieg verhindert werden müsse.
Ich habe mich geärgert, dass die Direktkandidaten der CDU und FDP diese Veranstaltung offensichtlich nicht für wichtig genug erachtet haben, um selbst dort zu erscheinen, sondern einfach nur Vertreter schickten. Dass diese dann auch noch die Menschen, mit denen sie reden, so wenig ernst nehmen, dass sie meinen, sie könnten in der Regierungsverantwortung tun, was sie wollen und dann den Menschen etwas ganz anderes erzählen, hat mich geradezu wütend gemacht.

Foto: Nina Stahr im Gespräch mit Gästen der DiskussionFür mich ist klar: jeder Mensch ist gleich viel wert und verdient es, mit seinen Sorgen und Wünschen ernst genommen zu werden. Alle Menschen – ob mit oder ohne Beeinträchtigung – haben die gleichen Chancen verdient. Das bedeutet vor allem, dass alle Kinder eine gute Bildung bekommen müssen, aber auch dass im späteren Berufleben Menschen mit Beeinträchtigungen nicht ausgebeutet werden dürfen. Gerade auch für sie ist der Mindestlohn unverzichtbar. Und dafür kämpfe ich!

Auch der Tagesspiegel hat über die Veranstaltung in der Ernst-Moritz-Arndt-Gemeinde berichtet. Den Artikel finden Sie hier.

 

 

PS: Wir Grüne bieten zur Bundestagswahl unser Wahlprogramm in verschiedenen Formen an, um möglichst vielen Menschen den Zugang zu ermöglichen. So gibt es zum Beispiel ein Programm in leichter Sprache oder aber auch das Wahlprogramm als Hörbuch. Alle verschiedenen Versionen gibt’s hier.