Brand in Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge – Bezirk in der Pflicht

Mit Bestürzung habe ich von dem Brand in der Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge am 14. April erfahren. Ich bin erleichtert, dass niemand verletzt wurde und die Polizei und Feuerwehr davon ausgehen, dass es sich nicht um Brandstiftung handelt. Dennoch ist der Verlust dieses sicheren Orts für Kinder und Jugendliche, die gerade traumatisierende Ereignisse hinter sich haben, dramatisch.
Wir setzen uns deshalb dafür ein, dass der Bezirk sich bemüht, dass es hier in Steglitz-Zehlendorf möglichst schnell wieder eine Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gibt. Dazu haben wir für die kommende BVV einen Dringlichkeitsantrag eingebracht.

Die Pressemitteilung von meiner Kollegin Tonka Wojahn und mir finden Sie hier.

Flüchtlinge in Notunterkünften – Senat muss endlich seiner Verantwortung nachkommen!

Seit Ende 2014 haben wir in Steglitz-Zehlendorf zwei Notunterkünfte für Flüchtlinge in Turnhallen. Die Zustände vor Ort sind menschenunwürdig; es gibt keine Trennwände, so dass muslimische Frauen sich nur mit Bekleidung ins Bett legen können, und es fehlt am Nötigsten wie z.B. Hygieneartikeln oder Zucker.

Es ist selbstverständlich, dass wir hier, in einem der reichsten Länder der Welt, denen helfen, die aufgrund von Krieg und Verfolgung ihre Heimat verlassen müssen. Sie brauchen nicht nur ein Dach über dem Kopf und etwas zu essen, sondern auch Menschen, die ihnen helfen, sich in der neuen Situation zurecht zu finden. Ich bin deshalb den vielen Ehrenamtlichen vom ASB, den Johannitern, aus Kirchengemeinden und Nachbarschaftszentren, dem Willkommensbündnis sowie den vielen Bürgerinnen und Bürgern sehr dankbar, die spontan über die Feiertage geholfen haben, sowohl mit ihrer Unterstützung vor Ort in den Notunterkünften als auch durch Geld- und Sachspenden.

Nichtsdestotrotz halte ich die Bedingungen, unter denen die Menschen in den Notunterkünften leben, für nicht tragbar. Es fehlt oft am nötigsten; an Hygieneartikeln wie Duschgel, Taschentüchern, Zahnpasta oder Windeln. Der Senat muss hier endlich Verantwortung übernehmen und dafür sorgen, dass die Menschen in den Notunterkünften nicht nur ein Dach über dem Kopf haben, sondern auch der Bedarf des täglichen Lebens gedeckt ist. Es darf nicht sein, dass die Ehrenamtlichen mit diesem Mangel vor Ort allein gelassen werden und die Flüchtlinge zu Bittstellern werden, die täglich auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen sind. Hier muss Abhilfe geschaffen werden, damit den Menschen in den Turnhallen das Leben wenigstens etwas erleichtert werden kann.
Auch der Informationsfluss muss dringend verbessert werden. Unser Bezirk hat mit dem Willkommensbündnis ein Netzwerk geschaffen, dass Willkommenskultur lebt und Unterstützung für die Flüchtlinge schnell und unbürokratisch organisiert. Doch wenn der Bezirk selbst zu spät und über die Presse von geplanten Notunterkünften erfährt, ist es schwer, diese Strukturen zu nutzen. Hier muss dringend nachgebessert werden, damit wir in Zukunft besser vorbereitet sind, wenn Menschen bei uns Hilfe suchen.

Darüber hinaus sind Notunterkünfte eben genau das – eine Notlösung. Der Senat muss Sorge dafür tragen, dass diese Unterkünfte nicht zu Dauereinrichtungen werden, sondern dass die Menschen hier im Bezirk ordentliche Erstunterkünfte vorfinden. Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit, dass der Bezirk den Senat bei der Suche nach geeigneten Grundstücken oder Gebäuden weiterhin nach allen Kräften unterstützt.