Richtigstellung zu Coffeeshop-Falschzitat in der Berliner Woche

Die Berliner Woche hat mich im Zusammenhang mit der Diskussion um Coffeeshops in Steglitz-Zehlendorf mit dem Satz zitiert “Das Risiko, schlechtes Zeug zu nehmen, muss niemand eingehen, wer es trotzdem macht, hat bereits ein Suchtproblem.”

Diesen Satz habe ich nicht gesagt. Ich habe in der Diskussion in der BVV auf die Aussage der Piraten reagiert, die sagten, dass eine legale Abgabe auch den Vorteil habe, dass niemand mehr gezwungen sei, gepanschtes Gras zu rauchen. Ich teile die Auffassung der Piraten, dass eine legale Abgabestelle eine unbedenklichere Zusammensetzung gewährleistet. In der Diskussion ging es aber auch um die Suchtgefahr bei Cannabis. Die meisten Konsumentinnen und Konsumenten gehen mit Cannabis verantwortungsbewusst um. Es gibt jedoch auch einen geringen Anteil, bei dem eine Suchtproblematik besteht. Da diese Tatsache jedoch von den Piraten nicht adressiert wurde, habe ich erwidert, dass sich jeder frei entscheiden kann, ob er konsumieren möchte oder nicht. Bei Konsumentinnen und Konsumenten, bei denen diese Entscheidungsfreiheit nicht mehr gegeben ist, besteht durchaus eine Suchtproblematik.
Wer also bereits an dem Punkt angelangt ist, nicht mehr frei entscheiden zu können, hat im wissenschaftlich definierten Sinne ein Suchtproblem. Das bedeutet nicht, dass wir Grüne plötzlich gegen die Legalisierung von Cannabis wären; wir setzen uns natürlich weiter für die entsprechenden Gesetzesänderungen auf Bundesebene ein. Gleichzeitig wollen wir auch eine gute Prävention und Hilfe für diejenigen, die sie brauchen. Bei jemanden, bei dem tatsächlich eine Suchtproblematik besteht, hilft Strafverfolgung nicht weiter!

Mehr zu den Hintergründen über unser Abstimmungsverhalten in der BVV zu dem Piraten-Antrag finden Sie in meinem Beitrag Coffeeshops in Steglitz-Zehlendorf?.