Townhall Meeting bei Zalando

Am Donnerstag abend hat das Internet-Handelsunternehmen Zalando ein “Townhall Meeting”, eine Podiumsdiskussion auf Englisch, für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter veranstaltet. Neben mir waren Cansel Kiziltepe (SPD), Cornelia Otto (Piraten), Stefan Liebich (Linke), Lars Zimmermann (CDU) und Linus Vollmar (FDP) eingeladen. Moderiert wurde das Townhall Meeting von Tilo Jung, den manche durch seinen politischen Video-Podcast “Jung & Naiv” kennen.

Foto: Nina Stahr mit anderen Podiumsteilnehmerinnen in der DiskussionNach einer lockeren Anfangsrunde war das erste Thema die Work-Life-Balance und Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wir Grüne setzen uns dafür ein, dass Menschen ihren Beruf ausüben können und gleichzeitig genug Zeit für die Familie haben. Dafür müssen endlich mehr Kita-Plätze geschaffen werden anstatt Milliarden für das sinnlose Betreuungsgeld auszugeben. Bezeichned fand ich, dass Lars Zimmermann (CDU) in der folgenden Diskussion über das Betreuungsgeld nur darüber sprach, dass Frauen Wahlfreiheit haben sollen. Zum einen schafft das Betreuungsgeld keine Wahlfreiheit, und zum anderen – warum denn nur Frauen?! Sollen Männer nicht genauso die Chance bekommen, sich an der Familienarbeit zu beteiligen? Bei der CDU herrscht offensichtlich immer noch ein Familienbild, das in den Fünfzigern des letzten Jahrhunderts stehengeblieben ist.

Das zweite Thema des Abends war die Jugendarbeitslosigkeit in Europa. Der FDP-Vertreter erklärte dieses Problem mit dem Mindestlohn, weil der seiner Meinung nach an Personen gezahlt werde, die angeblich “nichts machen”. Solche Verleumdungen finde ich ebenso falsch wie die Meinung, dass Jugendliche in Europa ohne Mindestlohn besser dastehen würden. Auch sie hätten nichts gewonnen, wenn sie stattdessen für unwürdige Löhne arbeiten müssten, von denen sie nicht leben können. Deshalb kämpfen wir Grünen weiter für einen Mindestlohn, denn wer Vollzeit arbeitet, muss auch von seinem Gehalt leben können!

Die europäische Jugendarbeitslosigkeit ist vielmehr ein Ergebnis der verfehlten Europapolitik von Schwarz-Gelb, die die Krisenländer kaputtgespart hat. Selbst meine Oma wusste schon: “Man muss was reinstecken, damit was herauskommt.” Oder anders gesagt: Wir müssen in die Krisenländern investieren, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln und Arbeitsplätze zu schaffen. Zudem helfen lokale Projekte, wie wir sie auch in Steglitz-Zehlendorf umsetzen. Darüber informieren und diskutieren wir übrigens am 2. September (mehr Infos hier).

Foto: alle TeilnehmerInnen des Podiums

Schlussendlich kamen der Datenschutz und die Überwachung zur Sprache. Stefan Liebich von den Linken hob dabei das Engagement des grünen Urgesteins Hans-Christian Ströbele hervor, der versucht, die Spähaffäre rund um die NSA und auch den BND aufzuklären. CDU und FDP waren so beschäftigt damit, sich über die Idee des Veggie-Day zu echauffieren, dass ihnen offensichtlich keine Zeit blieb, die Überwachungspraktiken zu thematisieren. Und ändern wollen sie daran ohnehin nichts. Für uns Grüne ist klar, dass es so nicht weitergehen kann. Am 3. September veranstalten wir dazu einen Diskussionsabend im Titania Palast mit dem grünen Datenschutz-Experten Konstantin von Notz, dem Berliner Datenschutzbeauftragten Alexander Dix und dem Vorsitzenden der Polizeigewerkschaft Rainer Wendt (mehr Infos hier).

Das Townhall Meeting war ein spannender Abend, bei dem einmal mehr deutlich wurde: während CDU und FDP dem Stillstand zusehen und eine rückwärts gewandte Politik betreiben, kämpfen wir Grüne für zukunftsorientierte Konzepte, die eine gerechte und  nachhaltige Gesellschaft ermöglichen. Damit wir diese nach der Wahl zusammen mit der SPD durchsetzen können, brauchen wir am 22. September Ihre Stimme!